Ehrenschlaraffen

Funke
Gaudeamus
Hamlet
Hans Huckebein
Hutzelmann
Lichtenstein
Plato
Wunnenstein
Troll-Singer,
die schwäbische Nachtigall


ES Funke - Johann Christoph Friedrich von Schiller
(* 10. November 1759 in Marbach am Neckar; † 9. Mai 1805 in Weimar),
1802 geadelt, war Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker, Lyriker und Essayisten. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Seine Balladen zählen zu den bekanntesten deutschen Gedichten. Schiller gehört mit Wieland, Goethe und Herder zum Viergestirn der Weimarer Klassik.
Er war durch Geburt Württemberger, wurde später Staatsbürger von Sachsen-Weimar und erhielt 1792 zusätzlich die französische Staatsbürgerschaft verliehen, in Würdigung seines in Paris aufgeführten Dramas Die Räuber, das als Freiheitskampf gegen die Tyrannei verstanden wurde.
Bereits ein Jahr nach Reychsgründung wurde Schiller in Stutgardia zum ES Funke erhoben. Die Nähe Stuttgarts zu seinem Geburtsort Marbach bewog Stutgardia wohl auch dazu, ihn zum Namensgeber des Reyches (Funke-Reych) und der Burg (Funke-Burg) zu machen. Auch hat sich Stutgardia von Allschlaraffia a.U. 72 das Recht erbeten, in unregelmäßigen Abständen ein „Allschlaraffisches Funke-Turney“ ausschreiben zu dürfen und die Sieger in diesem Turney anlässlich einer „Allschlaraffischen Funke-Feyer“ zu „Allschlaraffischen Funke-Rittern“ zu erküren.
Aber auch in kleinerem Rahmen wird in Stutgardia um eine Funke-Kette in einem Turney gestritten.

ES Gaudeamus - Joseph Victor von Scheffel
(* 16. Februar 1826 in Karlsruhe; † 9. April 1886 ebenda),
geadelt 1876, war ein im 19. Jahrhundert sehr viel gelesener Schriftsteller und Dichter, Autor von Erzählungen und Versepen sowie bekannter Liedtexte, die besonders im Studentenkreis geschätzt und gesungen wurden. Der Begriff des Biedermeier ist eng mit seinem Namen verknüpft. Seine Werke haben viel zu dem im 19.Jahrhundert aufkommenden Bild der Deutschen als einer biederen, strebsamen, bildungsbeflissenen Nation beigetragen
Schlaraffia Stutgardia hat  ihn a.U.30 zum ES gemacht, also drei Jahre nach seinem Tod, als seine Popularität in Deutschland noch sehr groß war. In regelmäßigen Abständen wird noch ein Turney um die Gaudeamus-Kette ausgeschrieben.
Schlaraffia Stutgardia ist Mitglied im Scheffelbund, der größten literarischen Vereinigung Deutschlands.

ES Hamlet – William Shakespeare
(getauft am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon; † 3. Mai 1616 ebenda)
war englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler. Seine Komödien und Tragödien gehören zu den bedeutendsten und am meisten aufgeführten und verfilmten Bühnenstücken der Weltliteratur. Sein überliefertes Gesamtwerk umfasst 38 (nach anderer Zählung 37) Dramen, epische Versdichtungen sowie 154 Sonette.
Sein Werk hatten großen Einfluss auf die deutsche Romantik und die Dichter des Sturm und Drang. In der Gründerzeit Schlaraffias wurde auch die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft gegründet, weit vor einer ähnlichen Institution in England. Friedrich Schiller, unser ES Funke, übersetzte einige seiner Werke, Johann Wolfgang von Goethe, Schlaraffias ES Faust, bezeichnete ihn als „Stern der höchsten Höhe“.

ES Hans Huckebein – Wilhelm Busch
(* 15. April 1832 in Wiedensahl; † 9. Januar 1908 in Mechtshausen)
war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands. Seine erste Bildergeschichte erschien 1859. Schon in den 1870er Jahren zählte er zu den bekannten Persönlichkeiten Deutschlands. Zu seinem Todeszeitpunkt galt er als ein „Klassiker des deutschen Humors“, der mit seinen satirischen Bildergeschichten eine große Volkstümlichkeit erreichte. Er gilt heute als einer der Pioniere des Comics. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Bildergeschichten Max und Moritz, Die fromme Helene, Plisch und Plum, Hans Huckebein, der Unglücksrabe und die Knopp-Trilogie. Viele seiner Zweizeiler wie „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“ oder „Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich“ sind zu festen Redewendungen geworden. Seine Satiren verspotten häufig Eigenschaften einzelner Typen oder Gesellschaftsgruppen. So greift er in seinen Bildergeschichten die Selbstzufriedenheit und zweifelhafte Moralauffassung des Spießbürgers und die Frömmelei bürgerlicher und geistlicher Personen an.
Stutgardia machte ihn a.U.49 zu seinem Ehrenschlaraffen und seine humorvollen Verse werden auch heute noch in unseren Sippungen gerne gehört und oft zitiert.

ES Hutzelmann - Eduard Friedrich Mörike
(* 8. September 1804 in Ludwigsburg, † 4. Juni 1875 in Stuttgart)
war ein deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer. Er war auch evangelischer Pfarrer, haderte aber bis zu seiner frühen Pensionierung stets mit diesem „Brotberuf“. Mörike wurde zu Lebzeiten als bedeutendster deutscher Lyriker nach Goethe bezeichnet. Er galt lange Zeit als ein typischer Vertreter des Biedermeier, der die vertraute und enge Heimat besingt. Heute erkennt man aber auch das Abgründige in Mörikes Werk und die Modernität seiner radikalen Weltflucht 
Schlaraffia Stutgardia erkürte ihn a.U. 66 zu seinem ES. In regelmäßigen Abständen wird ein Turney um die Hutzelmann-Kette ausgeschrieben.

ES Lichtenstein – Wilhelm Hauff
(* 29. November 1802 in Stuttgart, † 18. November 1827 in Stuttgart )
war Schriftsteller der Romantik. Er gehörte neben Justinus Kerner, Ludwig Uhland und Eduard Mörike zum Kreis der Schwäbischen Dichterschule.
Nach der Jugendzeit in Tübingen lebte und arbeitete er in Stuttgart; er wurde durch seine phantasievollen Märchen und den Roman „Lichtenstein“ bekannt. Dieser Roman animierte Herzog Wilhelm von Urach zum Bau der Burg Lichtenstein hoch über dem Echaztal. Hauff starb mit nur 24 Jahren an den Folgen einer Typhus-Erkrankung, die er sich bei den Recherchen zu einem Roman über Andreas Hofer in Tirol zugezogen hatte. Er liegt auf dem Hoppenlaufriedhof in Stuttgart begraben.
Stutgardia erkürte ihn a.U. 66 zu seinem Ehrenschlaraffen.

ES Plato – Eduard Schmidt-Weißenfels
(* 1. September 1833 in Berlin; † 24. April 1893 in Bozen)
war ein liberaler deutscher Schriftsteller und Politiker.
Er begann frühzeitig die publizistische Tätigkeit, wurde 1848 Sekretär der preußischen Nationalversammlung, danach Mitglied der Ersten Kammer des preußischen Parlaments, nahm 1850 am Feldzug in Schleswig-Holstein teil und ging dann nach Paris, wo er nach dem Staatsstreich Napoleons III. verhaftet und einige Monate später des Landes verwiesen wurde.
Er lebte danach an verschiedenen Orten, in England, Prag, Berlin, Leipzig, Gotha, wo er in enge Beziehungen zu Herzog Ernst II. trat und die damals aufsehener-regende Broschüre Der Herzog von Gotha und sein Volk (1861) veröffentlichte. Schmidt-Weißenfels war Gründungsmitglied der Schlaraffia in Prag (Praga) und einer der Väter der schlaraffischen Statuten und Ceremonien. Von Prag führte ihn sein Weg nach Berlin, wo er Gründungsmitglied der Berolina, dem 2. Schlaraffenreych wurde. 1884 übersiedelte er nach Stuttgart und war dort als Oberschlaraffe der Kunst über 10 Jahre prägend für das noch junge Reych Stutgardia. Zuletzt lebte er in Bozen, wo er verstarb und am Stadtfriedhof südlich der Marienpfarrkirche beigesetzt wurde. Stutgardia hat ihm auf seinem Grabstein ihre Dankbarkeit bekundet und ihn a.U. 42 zu seinem Ehremschlaraffen erkürt.

ES Wunnenstein - Johann Ludwig „Louis“ Uhland
(* 26. April 1787 in Tübingen; † 13. November 1862 ebenda)
war Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker.
Er wurde zu seiner Zeit von den Deutschen sehr verehrt, denn er verkörperte für viele das Ideal nationaler Einheit und Freiheit. Überall im Land wurden Uhland-Linden und Uhland-Eichen gepflanzt. Es waren neben seinem Lyrischen Werk seine Gradlinigkeit, seine Redlichkeit und sein selbstloser Einsatz für die Nation, die ihm diese Beliebtheit verschafft hatten. Uhlands Gedichtband, Erstauflage im Jahr 1815 erschienen, erreichte zu seinen Lebzeiten 42 Auflagen, die immer wieder erweitert wurden. Die Auflagen belegen Uhlands Beliebtheit und Popularität, wozu auch die zahlreichen Vertonungen seiner Lyrik von Komponisten wie Johannes Brahms, Franz Liszt, Franz Schubert, Robert Schumann und anderen beitrugen.
Stutgardia erhob ihn a.U. 28 als zweiten Ehrenschlaraffen des Reyches nach ES Funke.

ES Troll-Singer – Friedrich Silcher
(* 27. Juni 1789 in Schnait; † 26. August 1860 in Tübingen)
war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge, der heute hauptsächlich aufgrund seiner Lieder bekannt ist. Daneben komponierte er aber auch Motetten, Kammermusik und zwei Ouvertüren für großes Orchester.
Er gilt als einer der wichtigsten Protagonisten des Chorgesangs und arrangierte zahlreiche Chorsätze von deutschen und internationalen Volksliedern, die heute noch zum Grundrepertoire vieler Gesangvereine gehören und in den folgenden Generationen Allgemeingut geworden sind. Als Musiklehrer ausgebildet traf er in Ludwigsburg die Komponisten Conradin Kreutzer und Johann Nepomuk Hummel, die ihm Lehrer wurden und ihn zum Komponieren anleiteten. Ab 1817 wirkte er als erster Musikdirektor an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.
Stutgardia hat ihn a.U. 142 zu seinem Ehrenschlaraffen erhoben.